Zucker

Zuckerfrei


Mehrfach hatte ich gelesen, dass das Verlangen nachlässt, wenn man Zucker für vier oder sechs Wochen meidet. Bei mir scheint dies nicht zu funktionieren. Nach jeder Pause, folgte auf die erste kleine Süßigkeit eine größere, bis ich wieder voll drauf war.
Darum entschied ich mich keinen Zucker mehr zu essen.
Dieses Aussage ist zugegebenermaßen verwirrend. Natürlich esse ich noch den Zucker, der von Natur aus in Lebensmitteln steckt. Ich liebe Äpfel (10,3 %), Brombeeren (2,7 %) und Honigmelonen (5,3 %) ebenso gelbe Paprika (5,1 %), Auberginen (2,4 %) und Rote Beete (7,0 %).

Zuckerersatz
Im Internet stellte ich fest, dass zuckerfrei für jeden etwas anderes zu bedeuten scheint.
Viele Menschen nutzen synthetische Süßstoffe wie Cyclamat (E 952), Aspartam (E 951), Acesulfam-K (E 950) oder Saccharin (E 954). Selbst wenn sie dem menschlichen Körper nicht schaden, gelangen sie über Kläranlagen in die Umwelt. Ihre dortigen Auswirkungen sind derzeit noch nicht absehbar. Acesulfam ist z.B. mit mehr als 2 Mikrogramm pro Liter in deutschem Oberflächenwasser gefunden worden.
Andere geben Zuckeralkohole wie Maltitol (E 965), Mannitol (E 421) und Sorbitol (E 420) in ihre Speisen.
Richtig verwirrend wird es bei Xucker, den es in zwei Varianten gibt. Einmal pur, dann ist es Xylitol (E 967) und als Xucker light, das aus Erythrit (E 968) besteht. Beide sind ebenfalls Zuckeralkohole.
Xucker z.B. wird durch Fermentation hergestellt. Gentechnisch manipulierte Hefebakterien produzieren aus einem stärkehaltigen Substrat wie Mais den Zuckeralkohol Xylit.
Außerdem steht noch Stevia (E 960) zur Auswahl. Bei der Herstellung der im Handel erhältlichen Steviolglykoside werden umweltschädliche Aluminiumsalze eingesetzt.
Manche nutzen Honig, Ahornsirup oder irgendeinen Dicksaft und nennen dies zuckerfrei. Obwohl Honig natürlicherweise ganz wundervolle Eigenschaften besitzt, besteht er doch zu 80% aus Zucker.

Mein zuckerfrei
Aus verschiedenen Gründen esse ich keines der genannten Produkte als Zuckerersatz, aber es gibt natürlich Mini-Ausnahmen. Ich liebe Schokolade. Die Sorte, die ich inzwischen genieße, besteht zu 92 % aus Kakao und enthält 8 % Kokosblütenzucker. Eine 80 Gramm Tafel reicht mir für zwei bis drei Wochen.
Produkte ohne Zucker müssen mühsam gesucht werden. Die Zutatenliste auf den Verpackungen ist klein gedruckt und Zucker versteckt sich hinter vielerlei Bezeichnungen.
Am Einfachsten ist es noch beim Mittagessen: selbst gekochtes Gemüse mit Kartoffeln, Reis oder Quinoa, enthalten nur die natürliche Süße.
Die Brotaufstriche für das Abendessen oder das Frühstücksmüsli benötigen eine genaue Begutachtung, bevor sie im Einkaufswagen landen.
Meine liebsten Getränke sind Wasser und Tee. Abends knabbere ich eine handvoll Nüsse, die immer wieder anders gemischt, oft überraschende Kombinationen hervorbringt.

Neun Monate zuckerfrei
Inzwischen hat sich mein Geschmackssinn umgestellt. Vieles schmeckt wieder intensiver und zuweilen eben auch süßer, ohne, dass Zucker zugesetzt wurde.
Trotzdem bleibt die Frage nach besonderen Anlässen, wo Menschen zusammenkommen und Kuchen, Kekse oder Torten essen.
Je nach dem worum es sich handelt, esse ich nichts (bei einer Infoveranstaltung, bei der der obligatorische Keksteller auf dem Tisch steht) oder bringe mir etwas mit.
Haben wir Besuch, überrasche ich die Gäste damit, dass der Kuchen ohne Zucker ja gar nicht schlecht schmeckt. Mir, mit meinem zuckerentwöhnten Gaumen, schmeckt er super lecker.

Für den Fall, dass ich dich inspirieren kann, es auch einmal ohne oder mit weniger Zucker zu versuchen, kommt hier noch ein Kuchenrezept:

Apfel-Marzipan-Kuchen
Teig:
100 Gramm Mandelmehl
1 kleine gemahlene Bittermandel
50 Gramm Kokosöl
2 Eier
1 geriebener Apfel

Belag:
2-3 Äpfel
Mandelblättchen
Zimt

Anleitung:
Das Kokosöl schmelzen. Wenn es (wieder) lauwarm ist mit den Eiern mischen. Die restlichen Zutaten dazugeben. Ohne Bittermandel geht es auch, schmeckt aber weniger marzipanig.
Den Teig in eine kleine Springform geben, dicht mit Apfelspalten belegen und mit Mandelblättchen und Zimt bestreuen.
Bei geringer Temperatur (175 Grad) backen. Mein Ofen ist langsam, darum hat es 45 Minuten gedauert. Bitte passe die Werte an deinen Ofen an.

Guten Appetit :-)

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