meinBruder

Mein Bruder und ich


Zusammen mit meinem Bruder,
fahre ich zu meinen Eltern.
Wir sehen uns oft,
aber bei ihnen sind wir nur
drei mal im Jahr.
Ich denke, meinem Gesicht ist noch immer
anzusehen,
wie sehr ich mich freue.
Der Wagen stoppt.
Fahrer und Beifahrer wuchten mich
samt Rollstuhl
die Treppe hinauf.
„Puh, gleich müssen wir noch,
den anderen Fettsack schleppen“,
stöhnt der eine.
Ich will meinen Bruder verteidigen,
doch bin ich gefangen in meinem Körper,
sprach- und bewegungslos.
Sagt der andere:
„Und für die Plackerei mit den Hirnis
kriegen wir nur den Mindestlohn.“

Da fahre ich aus der Haut
und in die Männer hinein,
lasse sie erleben
und fühlen,
was ich
Tag für Tag
erlebe
und fühle.

Zwei weinende, zitternde Gestalten bleiben zurück.

 

Für R. und U. und alle anderen, die mit Einschränkungen leben.

 

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