leichtesGepäck

Leichtes Gepäck


Dinge anhäufen

Im Radio wird Silbermond gespielt. Natürlich haben sie recht, wir haben die Tendenz Dinge anzuhäufen.
Bei mir konnte ich feststellen, dass es zwei Hauptgründe gab, warum ich Sachen aufhob, die ich gar nicht (mehr) brauchte.
1. »Damit will ich xy machen«. Für xy kannst Du jetzt handarbeiten, sporteln oder sonst etwas einsetzen. Nur kam ich nicht umhin zuzugeben, dass ich es nicht tat – seit Monaten oder gar Jahren schon. Inzwischen nagte das schlechte Gewissen, wenn ich den Gegenstand sah.
2. »Das ist von mmmm«. Der Schenkende ist mir wichtig. Irgendwie glaubte ich darum aufheben zu müssen, was ich von ihm bekommen habe.

Abgeben und loslassen

Ich lausche weiter dem Song aus dem Radio, bis zu der Stelle, an der alles auf einen Haufen geworfen in Flammen aufgeht. Ich hoffe, das ist mehr bildlich gemeint und wegen des Effekts so formuliert.
Es gibt fast immer jemanden, der das Überflüssige gebrauchen kann. Allerlei Angebote und Plattformen machen die Weitergabe leicht.

Was ist minimalistisch?

Das von Silbermond angesprochene Thema ist hochaktuell. Diverse Foren und Gruppen beschäftigen sich damit, was wichtig ist und wie viel Besitz nötig.
Das treibt dann teilweise seltsame Blüten. Unter dem Stichwort Minimalismus las ich einen Austausch zwischen Menschen, die aussortierten und weggaben, um neu anschaffen zu können. An anderer Stelle wurde diskutiert, wie wenig man denn nun besitzen dürfe: 100 oder doch 200 Teile und ob Socken einzeln oder als Paar zählen.

Meine Erfahrungen

Ich selbst habe vor unserer großen Reise sehr viel weggegeben. Das ging nicht auf einmal, sondern in mehreren Runden. Alles was wir besaßen, befand sich dann in unserem Reisemobil.
Mit jedem Teil, dass ich damals aussortierte, fühlte ich mich leichter. Das schlechte Gewissen gab Ruhe und ich liebe die Menschen weiterhin, auch wenn ich ihre Geschenke hergab. Zurück blieb, was mir wirklich wichtig ist.
Inzwischen leben wir wieder in einer Wohnung, haben folglich Möbel und so weiter angeschafft. Übrigens, fast alles gebraucht, von Leuten, die etwas loswerden wollten.
Wir haben also Platz, die Notwendigkeit uns zu beschränken besteht nicht mehr. Darum richtet sich unser Augenmerk zur Zeit darauf, nicht erneut Sachen anzuhäufen. Die Verführung ist groß. Meist hilft es mir kurz innezuhalten und zu überlegen, ob mich dieser Gegenstand längerfristig glücklich machen wird. Normalerweise bleibt er dann, wo er ist – im Geschäft.

Wieviel muss ich besitzen?

Wie viele Dinge ich besitze? Ich habe sie nie gezählt. Genau genommen käme ich mit noch weniger aus, aber so wie es jetzt ist, fühle ich mich wohl.
Darin sehe ich auch das erstrebenswerte Ziel. Ich brauche weder das Schlagwort Minimalismus, noch einen Wettkampf, wer am wenigsten hat. Die Anregungen, die ich durch die entstandene Diskussion erhalte, schätze ich allerdings.
Am erstaunlichsten ist vielleicht, dass ich mich nun reich fühle.
Möglicherweise hast auch Du jetzt den Impuls einige Dinge loszulassen. Trau Dich, es tut gut.

P.S.:

Auf dem Foto siehst du unsere Espressomaschine mit Milchschäumer. Alles zusammen hat weniger als 20,- € gekostet. Vielleicht bin ich eine Banausin, aber mir schmeckt unser Cappuccino ebenso gut, wie der aus einer 2.000,-€-Maschine.

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