Glück

Glück – mein sieben Tage Experiment 2


Aktion

Manchmal google ich einfach. Allerdings benutze ich Ecosia als Suchmaschine.
Rechts oben sehe ich dann, wie viele Bäume ich mitgepflanzt habe.
Beim Ecosairen 😉 finde ich andere Formulierungen und Ideen, auch durch die vorgeschlagenen Ergänzungen zum Suchwort.
Ein wenig erstaunt hat mich, dass mir glücklich sein ungefähr 1.280.000 Ergebnisse brachte, glücklich werden hingegen ungefähr 34.900.000 Ergebnisse.
Unter beiden Stichworten gab es lange Listen, die ich befolgen soll, um diesen Zustand zu erlangen.
Meiner Meinung nach sind es Kleinigkeiten, die ein gutes Gefühl auslösen. Sie sind da, passieren uns häufig, werden nur viel zu oft übersehen.
Ich möchte ab Donnerstag eine besondere Woche beginnen.
Jeden Tag werde ich abends kurz berichten, welche Begebenheit mich heute glücklich gemacht hat.
Dich lade ich ein mitzumachen. Schreibe im Kommentar, was Du glücklich-machendes erlebt hast.
So können wir uns dabei unterstützen unsere Aufmerksamkeit zu schärfen, für die schönen Seiten des Lebens.
Ich freue mich auf Dich.

 

Tag Eins

Kennst Du die Geschichte von dem Grafen und den Bohnen?
Nein? OK.
Es soll einen Mann gegeben haben, der täglich eine Hand voll Bohnen in seine Hosentasche gab. Jedesmal, wenn er etwas Schönes sah oder erlebte, nahm er eine Bohne aus der rechten Tasche und tat sie in die linke.
Am Abend holte er die Bohnen aus der linken Hosentasche heraus und dachte noch einmal an die Glücksmomente des Tages.
Ob der Mann nun Graf war oder die Geschichte auf Tatsachen beruht, weiß ich nicht. Aber die Idee, sich so die positiven Dinge stärker ins Bewußtsein zu rufen gefällt mir gut.

Am ersten Tag meiner Aktion fürchtete ich schon, einen schlechten Startpunkt gewählt zu haben, so viel ging schief.
Der Höhepunkt war meine Homepage, die mir fast eine Stunde lang nur weiße Seiten zeigte. Ich hatte keine Ahnung warum….
Einer Eingebung folgend machte ich etwas »Unsinniges« und siehe da, alles war wieder in Ordnung.
Danach kamen immer mehr gute Begebenheiten. Oder war ich nur wieder in der Lage sie zu bemerken?

  • Als ich meine Tochter nicht erreichte, erfuhr ich, dass sie mit einer Freundin unterwegs ist. Wie schön. Mamas von Kleinkindern ist solch ein Luxus selten vergönnt.
  • Die erste Buchbestellung ist beim Empfänger eingetroffen und bezahlt.
  • Trotzdem ich selten Milchprodukte esse, habe ich einen großen Löffel Parmesan über meine Zucchini-Spaghetti mit gebratenen Champignons gestreut. Himmlisch. Ich habe das Essen genossen.
  • Franks Kollege war früher Drehbuchautor und arbeitete beim Fernsehen. Nachdem er meine Leseprobe gelesen hat, ließ er ausrichten, ich hätte eine klasse Schreibe.
  • Meine Wackelblume machte ein schabendes Geräusch. Frank hat sie repariert. Nun wackelt sie friedlich vor mich hin und erinnert mich an den nahenden Frühling.

Was hast Du erlebt, dass Du mit uns teilen möchtest?

 

Tag zwei

  • Ich habe einen Menschen, den ich schon länger nicht gesehen habe wiedergetroffen.
  • Durch eine inzwischen verstorbene Kampfhund-Dame, mit der ich einige Zeit zu tun hatte, hat sich meine Angst vor Hunden wesentlich verringert. Heute traf ich mal wieder mit einem Hund zusammen. Es war richtig nett – keinerlei Angstgefühle.
  • Als ich draußen war, fanden mich ein paar Sonnenstrahlen :-)
  • Frank hat einen Aufkleber für mich machen lassen und aufs Auto geklebt. Schau mal!

Berlingo

 

Tag drei

Eine Straße von unserer Wohnung entfernt ist zur Zeit Kirmes. Auf dem Weg zum Supermarkt sind wir also an Ständen und Fahrgeschäften vorbeigebummelt.

  • Wir hören die Kirmesmusik nicht bis zu uns nach Hause.
  • Eine Verkäuferin hat uns sehr freundlich erklärt, was eine Bluetooth Mütze ist.
  • Kinder auf einem Karussell sehen immer noch aus wie wir selbst früher. Strahlende Gesichter, die heute halt unter einer Hello-Kitty-Mütze hervorschauen.
  • Es roch lecker nach … Kirmes.
  •  Aus unserem Fenster sehe ich auf der Wiese gegenüber mehrere Gruppen von Schneeglöckchen blühen.

 

Tag vier

  • Frank hat eine heftige Bronchitis. Ich durfte ihn ein wenig versorgen.
  • Zu einem Thema habe ich im Internet schnell Informationen gefunden, die verständlich und nicht widersprüchlich waren.
  • Meiner Mutter steht eine Augen-OP bevor. Darum habe ich angefangen, ihr ein Päckchen mit einem Hörbuch usw. zu packen. Mehr kann ich nicht verraten, sie liest mit. :-)
  • In einer Doku erfuhr ich, dass die Ausbildung der Schüler eines Klosters beinhaltet, 10 Jahre lang die Veden zu rezitieren. Auch wenn ich nur die Upanishaden (Teil der Veden) ein bisschen kenne…. Diese Texte sind im Raum und ich kann versuchen mich damit zu verbinden, statt mit Angst und Hass.

 

Tag fünf

  • Eine Gruppe junger Menschen stand auf dem Mittelstreifen und versuchte die Straße zu überqueren. Ich bremste und ließ sie passieren. Die Mädchen winkten fröhlich. Erst jetzt konnte ich erkennen, dass sie verkleidet waren. Drei hatten Diademe und Zauberstäbe. Ein Mädchen trug eine schwarze Schirmmütze zur blauen Latzhose. In den Händen hielt sie einen großen Karton, auf dem Emma stand. Ich begann zu summen: Eine Insel mit zwei Bergen….
  • Mein Termin dauerte länger als geplant. Trotz überschrittener Parkzeit habe ich keinen Strafzettel bekommen.
  • Montags mache ich zur Zeit einen vhs-Kurs. Es war wieder recht lustig und brachte mir neue Erkenntnisse, bzw erinnerte mich an alte.
  • Leider huste ich jetzt auch. Frank hat uns eine heiße Zitrone gemacht – aus frischer Zitrone. Das tat gut.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du im Kommentarfeld schreibst, was Dich heute glücklich gemacht hat.

 

Tag sechs

  • Ich habe mich durch den Tag gehustet. Dabei fand ich eine gute Homepage mit Hausmitteln. Apfelessig in warmem Wasser mit in wenig Honig schmeckt viel besser, als es klingt. Ob es als Hustenlöser wirkt, weiß ich noch nicht.
  • Ich hatte ein nettes Gespräch mit einem Nachbarn, mit dem ich noch nie gesprochen hatte, trotzdem wir jetzt schon fast ein Jahr hier wohnen.
  • Auf dem Rückweg von einem Termin habe ich das Päckchen auf die Reise geschickt. Das Büdchen (mit Paketannahme) wird von einem freundlichen Inder betrieben, der mit Fotos auch Einblick in sein Heimatland gewährt.
  • Im Vorbeifahren entdeckte ich Narzissen, die jemand an den Straßenrand gepflanzt hat. Der Frühling naht.

 

Tag sieben

Die Erkältung hat mich voll im Griff. Ich huste mich durch den Tag und die Nacht. Meine Gedanken dabei:

  • Zum Glück habe ich heute keinen Termin.
  • Wie gut, dass wir jetzt in einer Wohnung mit mehreren Räumen leben.
  • Toll, dass wir fließend warmes Wasser haben
  • und einen Herd, um jederzeit ein Dampfbad machen zu können.

 

Fazit

Eine Woche lang habe ich nun genau darauf geachtet, was mich glücklich gemacht hat. Mindestens drei Momente davon habe ich täglich hier aufgeschrieben. Es gab oft noch weitere, die Wiederholungen oder zu privat waren, um genannt zu werden.
Meine Erkenntnis nach diesen sieben Tagen ist, dass ich Glück nicht suchen oder finden muss. Momente oder Situationen die glücklich machen können sind einfach da. Es gilt vielleicht mehr die Wahrnehmung zu schulen, um solche Momente nicht zu übersehen.
An zwei Tagen dieser Woche wäre ich wohl mit dem Gedanken: »War das ein Scheiß-Tag!« ins Bett gegangen, hätte ich nicht durch die mir gestellte Aufgabe einen anderen Blick gehabt. So habe ich sie bemerkt, die Inseln des Glücks.
Ich werde mich weiter darin üben, meinen Fokus zu ändern um diese Inseln zu vergrößern, sie zu blühenden Landschaften wachsen zu lassen.
Wenn ich Dich ein wenig anstecken konnte, freue ich mich sehr.
Ich wünsche Dir alles Gute bei deinem eigenem Weg.


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2 Gedanken zu “Glück – mein sieben Tage Experiment

  • Mariella

    – Vor einigen Tagen habe ich für Tiago einen Schulranzen bestellt. Als ich dann nur ein sehr kleines Paket von der Firma erhielt, habe ich mich gewundert.
    Es war ein Entschuldigungs-Geschenk! Der Zulieferer hat Lieferprobleme. Um die Wartezeit zu überbrücken, hat Tiago ein Minion-Stofftier und Buntstifte bekommen. Er hat sich sehr gefreut.

    -(mein) Frank geht nach längerer Pause wieder arbeiten und ist jetzt viel ausgeglichener.

    Mehr fällt mir gerade nicht ein ?
    Deine Seite ist toll und ich bin sehr stolz auf dich ?
    Deine (große) Tochter

    • Konnie Beitragsautor

      Ist doch ein guter Anfang.
      Seit ich darauf achte, fällt mir immer mehr auf….

      Danke, für das Kompliment.
      HDL :-*