Hanf

Blumenkasten


Vor der Wahl verteilte ein Infostand Material zum Thema (medizinisches) Marihuana. Ebenso wie ich, war man dort der Meinung, dass der Zugang dazu für Kranke dringend vereinfacht werden müsste.
Aber da gab es doch neulich ein Gesetz, denkt jetzt vielleicht jemand. Stimmt, gab es. Nur ist es trotz ärztlichem Rezept inzwischen schwieriger Marihuana wirklich zu erhalten, als vorher. Krankenkassen weigern sich, Gerichte werden eingeschaltet. Ein Schelm, wer glaubt die Pharmaindustrie stecke dahinter.
An dem Stand hatte ich jedenfalls ein nettes Gespräch, bekam einen Aufkleber und ein Tütchen Hanfsamen – natürlich frei von THC.

Da in meinem Blumenkasten noch etwas Platz war, habe ich fünf Samen in die Erde gebracht. Zwei davon sind gekeimt und gewachsen. Schon bald zeigten sich die typischen fünffingrigen Blätter.
Zum Glück habe ich ein Foto geschossen, denn wenige Tage später waren sie fort.
Ich habe keine Ahnung, wer die Pflanzen geklaut hat, stelle mir aber vor, dass es Jugendliche waren. Ob sie das ganze Gras oder nur die winzigen Blüten sorgsam getrocknet und damit einen Joint gebaut haben? Waren sie berauscht von dem Weed, weil sie glaubten es zu sein? Oder weil die Aktion es zu klauen so aufregend war? Oder waren sie enttäuscht, weil die erhoffte Wirkung nicht einsetzte, der Stoff ihrer Meinung nach nichts taugt?

Ich kenne natürlich nicht eine Antwort auf diese Fragen, wünsche mir aber, dass die Verteuflung einer Pflanze, die nicht schlimmer ist als Alkohol und Tabak endlich aufhört und vor allem Kranke davon profitieren können.

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